Mittwoch, 30. September 2015

Fazenda Meia Lua (30.09.2015)

Um 4.00 Uhr werde ich heute zum ersten mal vom prasdelnden Regen auf dem Dach wach. Leider hört er bis nach 12.00 Uhr mittags nicht mehr auf, sodass unsere ursprüngliche Planung - nicht nur sprichwörtlich - ins Wasser fällt. Wir nutzen den morgen zum Lesen... Martin versucht es in portugiesisch. Er kann mir nicht mehr sagen, als das es sich um einen Krimi handelt. ;-)



Mittags, wie sollte es anders sein, gibt es wieder mal ein schmeckiges Churrasco in einem recht interessanten Restaurant.


Eines meiner Lieblingsgetränke hier :-)


Als sich der Regen gegen 14.00 Uhr dann doch lichtet, machen wir uns auf zur Fazenda Meia Lua (Halber Mond).



Hier besteige ich erstmalig in meinem Leben ein Pferd. Später finde ich heraus, dass es doch ein Muli ist. Nach einer kurzen Einweisung vom Guide wie man lenkt und bremst kann es losgehen.



Martin eilt voran. Durch seine Schwester hat er schon Vorerfahrung und sitzt nicht zum erstenmal auf einem pferdeähnlichen Tier. Jedoch ist der Guide der einzige der es versteht sein Muli auf Geschwindigkeit zu bringen.






Die Landschaft ist beeindruckend und es gibt auch wieder spannende Tiere zu sehen. Hier ein Ameisenbär, den wir eine ganze Weile beobachtem können, bevor er davon galopiert als er uns bemerkt.



Ich auf meinem Muli. :-)
 Martin behauptet, dass es sich dabei nicht um Reiten handelt, da mich das Muli hinträgt, wo es will und ich kaum Kontrolle - weder über Richtung noch Geschwindigkeit - habe.





Auf dem weiten Gelände der Fazenda kommt ein bisschen Cowboy-Feeling auf. Wobei ich nicht glaube, dass die Kühe uns mit unserem schlechten Reitstil und den Fotoapparaten ernst nehmen.



Mit dem Ritt in den Sonnenuntergang wird es doch noch ein sehr gelungener Tag.

Dienstag, 29. September 2015

Fazenda San Francisco (29.09.2015)

Unser heutiges Ziel ist die Fazenda San Francisco, eine 14.800 Hektar große Farm, ca. 35km von Miranda entfernt. Etwa die Hälfte des Geländes ist Naturschutzgebiet. Auf der Farm werden aber auch etwa 4000 Hektar Reis angebaut und Rinder gezüchtet; alles im Einklang mit der Natur und der Artenvielfalt des Gebietes.

Dort angekommen werden wir gleich von einer Gruppe Nandus begrüßt. Sie lassen sich von uns kaum abschrecken. Von ihnen sehen wir heute noch viele, auch mit vielen kleinen Nachkommen, die aber aufgrund der Fressfeinde nur eine Überlebenswahrscheinlichkeit von 3% haben.


Unser Safaripickup bringt uns zunächst zu einem Gewässer, auf dem wir eine Bootsfahrt machen. Es ist etwa 50km lang und hat momentan keine Verbindung zum Fluss; erst wieder in der Regenzeit, wenn weite Teile des Gebietes überflutet sind.



 Die Gewässer sind oft wie ein Teppich von Seerosen und Wasserpflanzen bedeckt, sodass das Boot oft Schwierigkeiten hat, voran zu kommen.


Es gibt über 200 verschiedene Arten von Fischen in diesen Gewässern. Daher gibt es auch allerlei Wasservögel, die sich von diesem reich gedeckten Tisch bedienen.



Auch wir versuchen unser Glück beim Fischen. Ein kleines Stückchen Fleisch an einen Haken, der mit  Schnur an einer Bambusrute befestigt ist und los geht's. Teure Anglerausrüstung wird überbewertet.


Es dauert nicht lange und ich habe einen Piranha am Haken. 


Auch Martin hat etwas später Erfolg und zieht einen Fisch an Land. Nicht zu verachten sind die kleinen scharfen Zähnchen. Man sollte daher unbedingt vermeiden, mit den Fingern in die Nähe dieser zu kommen.



Die gefangenen Fische nutzen wir, um andere Tiere des Pantanals anzulocken. Unsere Rangerin ruft unter anderem verschiedene Raubvögel beim Namen. Diese greifen sich dann die Fische wenige Meter vor uns aus dem Wasser. Sehr beeindruckend!


Von Gratisfutter wird auch dieser Kaiman, hier Jacaré genannt, angelockt. Er hat etwa 1,5 Meter, kann aber bis zu 3 Meter lang werden.



Diese Tiere sind absolut ungefährlich für Menschen. Ebenfalls ungefährlich sind die Piranhas, solange man keine stark blutende Verletzung aufweist. Der Einladung der Rangerin auf ein Bad kommt Martin hier dennoch nicht nach.


Am Nachmittag machen wir in einem Safariwagen eine Tour über die Fazenda. Wir können dabei viele wilde Tiere beobachten, unter anderem Wasserschweine, Hirsche, Nandus, Schlangen und kleine Kaimane. 



Da wie in ganz Brasilien die Jagd verboten ist, haben die Tiere keinerlei Angst vor dem Motorlärm oder dem Menschen.


Die Farm ist durchzogen von 250 km Kanälen. Diese dienen zum Wassermanagement des Reisanbaus und während der Regenzeit als Schutz vor Überflutung.


Wir machen noch eine kleine Tour zu Fuß über das sumpfige Überschwemmungsland. Dort können wir Spuren des Jaguars sehen, welcher sich nur selten zeigt. Leider können wir ihn nicht persönlich kennenlernen. Vielleicht ist das aber auch gesünder ;-).



Dieser Kaiman wusste wohl nicht, dass man sich besser nicht mit zwei Eichsfeldern anlegt. 





Auf dem dem Baum ist ein Jabirupaar zu sehen. Dieser Riesenstorch ist das Wappentier des Pantanals.


Das Motto des ganzen Gebietes hier: "Hier bist Du die Hauptspeise!" Dies konnten wir schon am eigenen Leib erfahren. Arme und Beine weisen entsprechende Male auf.


Auf der kilometerweit geradeaus führenden Straße geht es im indischen Geländewagen zurück nach Miranda.


Montag, 28. September 2015

Fahrt nach Miranda (28.09.2015)

Den heutigen Tag gehen wir ein bisschen ruhiger an und nutzen ihn hauptsächlich für die Fahrt nach Miranda, tiefer ins Pantanal.

Die morgendliche Dusche trete ich wie jeden Tag mit einem unguten Gefühl an. Das Wasser wird hier nämlich direkt im Duschkopf elektrisch erhitzt. Ich glaube nicht, dass so etwas in Deutschland zugelassen würde. 


Pousada Mota, unsere Unterkunft für die letzten vier Tage.


Vor der Busfahrt gehen wir noch einmal in die Stadt. Die Telefonzellen sind hier in herrlich bunten Tierfiguren untergebracht ;-).


Praça de Liberdade.





Das Bier ist hier einfach zu günstig, um es nicht zu trinken. Außerdem ist es eher mit Wasser zu vergleichen XD.


Angekommen in unserem Hotel in Miranda werden wir gleich von einem Tucan und zwei Papageien vor der Tür begrüßt.


Danach zeigt uns die Hotelchefin mit dem Auto noch ein bisschen die Umgebung. Schon auf dieser Fahrt können wir viele bunte Vögel beobachten.




Fußball wird hier scheinbar mit 14 Spielern pro Mannschaft gespielt.


Das Rathaus (Prefeitura).


Igreja NS do Carmo.


Praça Agenor Carrilho.