Dienstag, 29. September 2015

Fazenda San Francisco (29.09.2015)

Unser heutiges Ziel ist die Fazenda San Francisco, eine 14.800 Hektar große Farm, ca. 35km von Miranda entfernt. Etwa die Hälfte des Geländes ist Naturschutzgebiet. Auf der Farm werden aber auch etwa 4000 Hektar Reis angebaut und Rinder gezüchtet; alles im Einklang mit der Natur und der Artenvielfalt des Gebietes.

Dort angekommen werden wir gleich von einer Gruppe Nandus begrüßt. Sie lassen sich von uns kaum abschrecken. Von ihnen sehen wir heute noch viele, auch mit vielen kleinen Nachkommen, die aber aufgrund der Fressfeinde nur eine Überlebenswahrscheinlichkeit von 3% haben.


Unser Safaripickup bringt uns zunächst zu einem Gewässer, auf dem wir eine Bootsfahrt machen. Es ist etwa 50km lang und hat momentan keine Verbindung zum Fluss; erst wieder in der Regenzeit, wenn weite Teile des Gebietes überflutet sind.



 Die Gewässer sind oft wie ein Teppich von Seerosen und Wasserpflanzen bedeckt, sodass das Boot oft Schwierigkeiten hat, voran zu kommen.


Es gibt über 200 verschiedene Arten von Fischen in diesen Gewässern. Daher gibt es auch allerlei Wasservögel, die sich von diesem reich gedeckten Tisch bedienen.



Auch wir versuchen unser Glück beim Fischen. Ein kleines Stückchen Fleisch an einen Haken, der mit  Schnur an einer Bambusrute befestigt ist und los geht's. Teure Anglerausrüstung wird überbewertet.


Es dauert nicht lange und ich habe einen Piranha am Haken. 


Auch Martin hat etwas später Erfolg und zieht einen Fisch an Land. Nicht zu verachten sind die kleinen scharfen Zähnchen. Man sollte daher unbedingt vermeiden, mit den Fingern in die Nähe dieser zu kommen.



Die gefangenen Fische nutzen wir, um andere Tiere des Pantanals anzulocken. Unsere Rangerin ruft unter anderem verschiedene Raubvögel beim Namen. Diese greifen sich dann die Fische wenige Meter vor uns aus dem Wasser. Sehr beeindruckend!


Von Gratisfutter wird auch dieser Kaiman, hier Jacaré genannt, angelockt. Er hat etwa 1,5 Meter, kann aber bis zu 3 Meter lang werden.



Diese Tiere sind absolut ungefährlich für Menschen. Ebenfalls ungefährlich sind die Piranhas, solange man keine stark blutende Verletzung aufweist. Der Einladung der Rangerin auf ein Bad kommt Martin hier dennoch nicht nach.


Am Nachmittag machen wir in einem Safariwagen eine Tour über die Fazenda. Wir können dabei viele wilde Tiere beobachten, unter anderem Wasserschweine, Hirsche, Nandus, Schlangen und kleine Kaimane. 



Da wie in ganz Brasilien die Jagd verboten ist, haben die Tiere keinerlei Angst vor dem Motorlärm oder dem Menschen.


Die Farm ist durchzogen von 250 km Kanälen. Diese dienen zum Wassermanagement des Reisanbaus und während der Regenzeit als Schutz vor Überflutung.


Wir machen noch eine kleine Tour zu Fuß über das sumpfige Überschwemmungsland. Dort können wir Spuren des Jaguars sehen, welcher sich nur selten zeigt. Leider können wir ihn nicht persönlich kennenlernen. Vielleicht ist das aber auch gesünder ;-).



Dieser Kaiman wusste wohl nicht, dass man sich besser nicht mit zwei Eichsfeldern anlegt. 





Auf dem dem Baum ist ein Jabirupaar zu sehen. Dieser Riesenstorch ist das Wappentier des Pantanals.


Das Motto des ganzen Gebietes hier: "Hier bist Du die Hauptspeise!" Dies konnten wir schon am eigenen Leib erfahren. Arme und Beine weisen entsprechende Male auf.


Auf der kilometerweit geradeaus führenden Straße geht es im indischen Geländewagen zurück nach Miranda.


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