Den ersten Oktober verbringen wir zu einem großen Teil der Zeit auf der Fahrt. Vom entlegenen Miranda fahren wir erstmal mit dem Fernbus nach Campo Grande über Straßen, die, wenn überhaupt, nur alle 50km mal eine Kurve enthalten.
Hier kann sich MeinFernbus usw. ruhig mal etwas abschauen. Bei diesem Sitzabstand dürfte sich niemand eingeengt fühlen...
Wir kamen in den Genuss, mit exakt dem Flugzeug nach Curitiba zu fliegen, dass zur WM die brasilianische Nationalmannschaft zu den Spielen transportiert hat.
Vom Flughafen holt uns ein Fahrer von Tuper ab, der Firma, bei der Martin sein Praktikum gemacht hat. Er fährt uns schnell (!) nach São Bento do Sul.
Schon früh am nächsten morgen steht dann eine Werksbesichtigung bei Tuper an. Tuper stellt alle Arten von Stahlrohren für alle möglichen Anwendungen her, dazu als OEM und für den Ersatzteilmarkt Abgassysteme. Die Führung ist sehr interessant und ich lerne Martins Kollegen kennen. Sie bescheinigen mir sogar, dass Martin tatsächlich gearbeitet hat! Zudem scheint er fast sämtliche Mitarbeiter zu kennen, denen wir begegnen und hat mit ihnen Bier getrunken, Fussball gespielt oder ein Churrasco gemacht, welches in der Regel erstes einschließt.
Danach wollen wir uns eigentlich São Bento do Sul anschauen. Die Stadt ist sehr hügelig und bei schwülem Wetter entsprechend schweißtreibend.
Am Mittag treffen wir dann Martins Freund Everson und essen im Zentrum Mittag. Danach drehen wir eine kurze Runde durchs kleine Stadtzentrum, welches eher an Gieboldehausen als an eine Stadt mit 80.000 Einwohnern erinnert.
Es blieb nicht viel Zeit die Stadt zu sehen, da Martin mit Everson ausgemacht hat, dass er uns seine Sítio oder zu deutsch Landhaus zeigt. Wir fahren also etwa 15 km Richtung Campo Alegre, biegen von der Bundesstraße auf einen Feldweg und nach etwa 500 Metern sind wir da. Diese Landhäuser sind in der Region sehr verbreitet. Everson lebt mit seiner Familie auf einem 70.000 Quadratmeter großen Grundstück mitten in der Natur. Sie halten dort zusätzlich ein paar Schafe, ein paar Rinder und Hühner zur Selbstversorgung. Hier ein Blick vom Balkon auf den Fischteich
Sie haben auch Hunde. Der Labrador ist sehr anhänglich. Da prima mit Hunden umgehen kann, beunruhigt das mich garnicht...
Auf der Terasse genießen wir mit Everson und seinen Gechwistern Eleandro und Juliana den Nachmittag und die Natur. Sie berichten, dass sie sogar manchmal Affen vom Haus aus beobachten können.
Anschließend machen wir noch ein Rundgang über das Gelände.
Das Haus des Bruders liegt nur einige hundert Meter entfernt auf dem selben Grundstück. Praktisch wenn man so viel Platz hat.
Tchuuuuuu
Der Vater von Everson besitzt eine Bäckerei. Er ist Nachfahre deutscher Einwanderer und ist vor Jahren in Deutschland gewesen, um das Handwerk zu lernen. Die Bäckerei wird als Familienunternehmen geführt. Martin versichert mir, dass er in sechs Monaten kein besseres Brot in Brasilien gefunden hat. So werden wir am Abend noch in die Bäckerei eingeladen zu Abendbrot und Kaffee. Eversons zweite Schwester Carolina kredenzt uns diesen auf deutsch.
Hier schon zu sehen in der Auslage der Christstollen. Genau so früh, wie in Deutschland :).
Mittlerweile sind wir schon seit 5 Stunden dort. Die Gastfreundlichkeit ist sehr beeindruckend! Wir unterhalten uns sehr gut. Ich versuche, mein Portugiesisch anzuwenden.
Am Abend waren wir noch eine kleine Runde klettern. Das ging natürlich sehr gut mit vollem Bauch XD.
Nachdem der Tag nicht schon lang genug wäre, besteht Martin noch darauf mir das Nachtleben von São Bento zu präsentieren. Wir gehen daher mit Everson in eine Rockbar und machen eine Caipirinha Verkostung. Unsere kulinarische Horizonterweiterung nehmen wir selbstverständlich sehr ernst. Es gibt Erdbeer-, Limone-, und Kiwi-Caipirinha.








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